Jugendarbeitsschutzgesetz

    Das Jugendarbeitsschutzgesetz schützt junge Menschen unter 18 Jahren, gleich, ob sie als Auszubildende oder als Arbeiter beschäftigt werden. Es macht einen Unterschied zwischen Kindern und Jugendlichen. Wer noch keine 15 Jahre alt ist, gilt vor dem Gesetz als Kind. Wer zwischen 15 und 18 Jahren alt ist, ist Jugendlicher.

    Für Jugendliche, die noch vollschulzeitpflichtig sind (Bayern 9 Jahre Schulpflicht), gelten die gleichen Bestimmungen wie für Kinder. Grundsätzlich vom Gesetz her gilt: Beschäftigung von Kindern (unter 15 Jahre) ist grundsätzlich verboten!

    Ausnahmen:

    • Beschäftigungs- oder Arbeitstherapie, Praktikum (Schule), richterliche Weisung
    • Ausnahmegenehmigung (vom Gewerbeaufsichtsamt) zum Beispiel für Mitwirken bei Theater-, Musik- oder Werbeveranstaltungen.
    • Kinder ab 13 Jahre und vollschulzeitpflichtige Jugendliche dürfen mit Einwilligung der Eltern mit leichten und für Kinder geeigneten Arbeiten* beschäftigt werden. Bis 2 Stunden täglich (landwirtschaftlicher Familienbetrieb 3 Stunden), zwischen 8 und 18 Uhr und nicht vor und während des Schulunterrichts.
    • Gefährliche Arbeiten sowie akkord- oder tempoabhängige Arbeit sind verboten.
    • Kinder die der Vollschulzeitpflicht nicht mehr unterliegen, dürfen leichte und geeignete Tätigkeiten ausführen (höchstens 7 Stunden täglich und 35 Stunden in der Woche). Im Rahmen einer Berufsausbildung werden sie wie Jugendliche behandelt.

    Jugendliche (über 15 Jahre)

    • dürfen höchstens 8 Stunden täglich und 40 Stunden in der Woche arbeiten. Die Arbeitszeit muss zwischen 6 und 20 Uhr liegen (Ausnahmen ab 16 Jahre z.B. Bäckerei und Landwirtschaft).
    • dürfen in der Vollschulzeitplicht während der Schulferien höchstens 4 Wochen im Jahr beschäftigt werden.

    5-Tage-Woche: Samstag, Sonn- und Feiertag ist die Beschäftigung nur in bestimmten Ausnahmen zulässig. Es muss aber auf jeden Fall die 5-Tage-Woche eingehalten werden.

    Pausen (mindestens 15 Minuten): spätestens nach 4,5 Stunden; bei mehr als 4,5 Stunden Arbeitszeit 30 Minuten, bei mehr als 6 Stunden Arbeit 60 Minuten. Vom Arbeitsende bis zum nächsten Arbeitsbeginn müssen mindestens 12 Stunden liegen.

    * leichte und für Kinder geeigneten Arbeiten: dies kann z.B. Austragen von Zeitungen und Zeitschriften, Babysitting, Einkaufstätigkeiten oder Erteilen von Nachhilfeunterricht sein. Nicht erlaubt ist die Beschäftigung in der gewerblichen Wirtschaft, in Produktion und Handel. Für viele Regelungen und Ausnahmen gibt es weitere Ausnahmen die hier nicht alle aufgezählt werden, um das Ganze nicht noch unübersichtlicher zu machen, als es ohnehin schon ist. Falls Ihr noch mehr wissen oder gerne Infomaterial zum Jugendschutz haben wollt, könnt Ihr Euch gerne an den SJR oder das Gewerbeaufsichtsamt wenden.