In der Regel sind Jugendgruppen, die einem Bundes- oder Landesverband angehören, über diesen haftpflicht- und unfallversichert (siehe unten). Das solltet Ihr aber selber bei eurem Verband erfragen – wichtig für euch zu wissen ist auch, wie weit dieser Versicherungsschutz reicht: Erstreckt er sich z.B. nur auf angemeldete Mitglieder, nur auf Gruppenstunden oder auch auf (Auslands-)fahrten?

    In der Regel solltet Ihr euch spätestens bei Auslandsreisen und bei besonderen Aktionen wie z.B. Extremsport oder bestimmten erlebnispädagogischen Angeboten Gedanken über einen Versicherungsschutz machen.

    Welche Versicherung bezahlt welche Schäden?

    Hier findet ihr Infos zu:

     

    Vereins-Haftpflicht-Versicherung

    ... bezahlt Personen- oder Sachschäden, die im Rahmen von Vereinsaktivitäten einem anderen (nicht absichtlich) zufügt werden. Versichert sind die Vereinsmitglieder, Vorstandsmitglieder und Jugendleiter/innen sowie Veranstaltungsteilnehmer/innen. Ausgenommen sind i.d.R. versicherungspflichtige Fahrzeuge (Autos, Boote ...) und besonders risikoreiche Sportarten und erlebnispädagogische Aktionen. Außerdem gibt es eine Höchstschadenssumme und in bestimmten Fällen eine Selbstbeteiligung, d.h. man muss einen kleinen Betrag des Schadens selbst bezahlen.

    Beispiele:

    • beim Spielen haut ein Mitspieler einem anderen versehentlich die Brille oder die Nase kaputt.
    • ein Gruppenmitglied beschädigt beim Hantieren mit einem Beil das Zelt der Gruppe.
    • beim Radfahren in der Gruppe wird ein Fußgänger angefahren und verletzt.
    • Ein Feuer gerät außer Kontrolle.

    Eine Haftpflichtversicherung ist bei jeder Fahrt und auch jeder Gruppenstunde zu empfehlen.

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    Unfallversicherung

    ... bezahlt werden Bergungs-, Reha-Kosten (sofern sie nicht eine andere Versicherung übernimmt) sowie eine Rente bei Invalidität. Wenn es während der versicherten Zeit zu einem Todesfall durch einen Unfall kommt, bezahlt die Versicherung hierfür eine Pauschale.

    Versichert sind bei der Vereinsgruppen-Unfallversicherung ehrenamtliche Mitarbeiter, Helfer sowie Teilnehmer und Besucher bei Veranstaltungen. Über eine Mitarbeiterunfallversicherung können hauptberufliche Mitarbeiter, freiberufliche Honorarkräfte sowie gegen Aufwandsentschädigung tätige ehrenamtliche Mitarbeiter zusätzlich zu den Leistungen aus anderen Versicherungen gegen bestimmte Risiken abgesichert werden.

    Beispiele:

    • Verkehrsunfälle aller Art (als Fahrer, Mitfahrer oder Dritter)
    • Bergunfälle
    • ein Versicherter hackt sich oder einem anderen ins Bein oder sonst wohin
    • Eine Unfallversicherung sollte zumindest bei größeren Fahrten bestehen.

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    Rechtsschutzversicherung

    ... bezahlt die Kosten für einen Rechtsstreit, insbesondere wenn dieser durch die Verantwortung für eine Gruppe entsteht. Ausgenommen sind manchmal Folgen eines Verkehrsunfalls, wenn der Versicherte Fahrer eines Kraftfahrzeuges war. Schadensersatz- oder Schmerzensgeldforderungen werden über die Haftpflichtversicherung beglichen.

    Beispiele:

    • Eure Gruppe wird beschuldigt, beim Zelten ein Gewässer verunreinigt zu haben. Die Gruppe fühlt sich unschuldig.
    • Die Eltern eines Teilnehmers klagen Euch als Gruppenleiter an, weil Ihr Eurer Aufsichtspflicht nicht genügt habt und deshalb ein Teilnehmer verletzt wurde.
    • Ihr als Gruppe seid von einem Reiseunternehmen geprellt worden und wollt Euer Geld zurück. Bei dieser Versicherung kommt es sehr auf die Reise an, ob sie zu empfehlen ist.

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    Versicherung für geliehene Sachen

    ... bezahlt, wenn eine von Euch ausgeliehene Sache (ausgenommen i.d.R. Kraftfahrzeuge) nicht oder nur beschädigt zurückgegeben werden kann. Eine Haftpflichtversicherung bezahlt i.d.R. nur, wenn sich ein Schuldiger findet und der Schaden nicht zum "Betriebsrisiko" eines Gegenstandes gehört.

    Beispiele:

    • Ihr leiht Kanus oder Fahrräder aus und beschädigt diese wegen eines Crashs.
    • die geliehene Viedeoausrüstung wird gestohlen
    • die geliehene Campingausrüstung wird wegen eines Sturms beschädigt

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    Elektronikversicherung

    ... bezahlt Schäden an allen vorhandenen elektronischen Geräten, z.B. in einem Jugendhaus oder Vereinsheim. Empfiehlt sich nur dann, wenn man entsprechend viele und teure Geräte hat, z.B. wenn man viel medienpädagogisch arbeitet oder in einem Jugendclub.

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    Rund ums Auto

    Auto-Insassen-Unfall-Versicherung

    ... ergänzt die Unfall- oder Kfz-Haftpflichtversicherung, wenn diese bestimmte Schäden ausschließt. Stiftung Warentest rät vom Abschluss einer Insassen-Unfall-Versicherung ab, da alle Risiken eigentlich bereits über Unfall- und Kfz-Haftpflichtversicherung abgedeckt sind.

    Dienstfahrt-Versicherung

    ... bezahlt eigene Sach- und Personenschäden, die bei Fahrten für den Verband oder die Jugendgruppe mit dem Privatauto entstehen. So kann z.B. die Höherstufung bei der eigenen Kfz-Haftpflicht für das Privatauto verhindert werden, wenn mit diesem ein Unfall bei einer Fahrt im Auftrag des Vereins passiert ist.

    Es gibt verschiedene Möglichkeiten einer Dienstfahrtversicherung: Pauschal für alle ehrenamtlichen und hauptberuflichen Mitarbeiter, dann muss oft ein Fahrtenbuch geführt werden oder die Mitarbeiter werden namentlich benannt. Es gibt bei beiden Varianten eine Selbstbeteiligung.

    Tages-Kasko-Versicherung

    ... bezahlt den Schaden an einem von Euch benutzten oder geliehenen Fahrzeug (z.B. Auto, Boot ...). Oft sind die geliehenen Fahrzeuge bereits gut versichert, vorher aber unbedingt informieren!

    Beispiele:

    • Ihr leiht Euch einen Kleinbus und baut einen Unfall
    • Ihr fahrt mit Eurem Privat-PkW für die Gruppe einkaufen und beschädigt diesen beim Einparken

    Wenn für ein geliehenes oder eigenes Fahrzeug keine Kaskoversicherung besteht, sollte sie auf jeden Fall für die Zeit der Fahrt abgeschlossen werden.

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    Spezielle Reiseversicherungen

    Als Reiseveranstalter muss man bestimmte Versicherungen abschließen – andere Versicherungen werden dringend empfohlen. Doch: Wann gilt man überhaupt als Reiseveranstalter?

    Als Reiseveranstalter gilt man, wenn man ein im Vorhinein festgelegtes und ausgeschriebenes Programm zu einem einheitlichen Preis (= Pauschalreise) anbietet. In diesem Preis sind zwei oder mehr der folgenden selbständigen Hauptbestandteile enthalten:

    • Reise bzw. Transport (egal ob mit Bus, Bahn, Flugzeug oder Schiff)
    • Transfer
    • Unterkunft
    • Verpflegung
    • Leitung der Gruppe
    • Alle Zusatzangebote (z.B. Seminare, Programm, Sport, Tagesausflüge)

    Daher fallen jedes Ferien- oder Zeltlager (Anreise, Leitung und Unterkunft), jedes Seminar und jede Bildungsmaßnahme (Unterkunft, Verpflegung, Angebot), jede  Skifreizeit, jeder Schüleraustausch etc. darunter, so gut wie alle durchgeführten Reisen und Freizeitmaßnahmen, da allein schon durch die Reise- bzw.  Gruppenleitung ein Hauptbestandteil erfüllt ist.

    Reiseveranstalter-Haftpflicht-Versicherung

    … bezahlt Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die bei einem Reiseangebot entstehen können.

    Beispiele:

    • bei einer Freizeit wird ein Teilnehmer schwer verletzt
    • bei einer Freizeit wird das Handy eines Teilnehmers beschädigt
    • ein Teilnehmer verlangt Schadensersatz, weil ein angekündigter Tagesausflug im Rahmen der Freizeit nicht stattfindet

    Ausgenommen sind i.d.R. Schäden, die durch Diebstahl entstehen. Auch hier gibt es wieder wie bei der Vereins-Haftpflicht-Versicherung Schadenshöchstsummen und möglicherweise Selbstbeteiligungen.

    Reise-Insolvenzversicherung / Reisepreissicherung

    ... bezahlt die Reiseleistungen, wenn der Reiseveranstalter (in unserem Fall die Jugendgruppe) insolvent ist, d.h. wenn er pleite ist. Das klingt zunächst unsinnig, aber es besteht für jeden Reiseveranstalter eine gesetzliche Pflicht, die Teilnehmer einer Fahrt (= Pauschalreise) zu versichern, wenn.

    • die Gruppe mehr als zwei Fahrten pro Jahr durchführt
    • die Fahrt mindestens zwei Hauptbestandteile (Übernachtung, Transport, Verpflegung, Reiseleitung,...) beinhaltet
    • die Gruppe keine juristische Person des öffentlichen Rechts ist (also eine Kirche, Schule oder ein Jugendring)
    • die Fahrt länger als 24 Stunden dauert, eine Übernachtung einschließt oder mehr als 75,--€ kostet
    • der Reisepreis zu mehr als 10% vor Abschluss der Fahrt eingesammelt wird

    Reise-Rücktransport-Versicherung

    ... bezahlt den Rücktransport eines verletzten oder kranken Reiseteilnehmers nach Hause, auch wenn dieser nicht medizinisch notwendig ist.
    Für Reisen ins Ausland interessant, oft aber auch bei anderen Versicherungen mit enthalten.

    Auslandskrankenversicherung

    … bezahlt die Behandlung und die Medikamente, welche im Krankheitsfall im Ausland notwendig sind. Außerdem wird auch die Rückreise / der Rücktransport im Krankheitsfall (wird von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen) bezahlt, sofern der Rücktransport medizinisch notwendig ist.

    Deutsche Reiseteilnehmer sind innerhalb Deutschlands meist über die gesetzliche oder private Krankenversicherung abgesichert. Im Ausland greift die gesetzliche Krankenversicherung jedoch nur im Rahmen der in Deutschland üblichen Regelsätze und nur in bestimmten Ländern. Im Ausland sind die Kosten, die für eine medizinische Behandlung entstehen, oft um ein Vielfaches höher als in Deutschland, daher empfiehlt sich hier der Abschluss einer solchen Versicherung dringend.

    Reisegepäckversicherung

    ... bezahlt gestohlenes, abhanden gekommenes, verlorenes oder beschädigtes Reisegepäck. Bei dieser Versicherung gibt es i.d.R. sehr hohe Anforderungen an die Bewachung bzw. Aufbewahrung des Gepäcks, wenn diese nicht eingehalten werden (was der wahrscheinlichste Grund für den Versicherungsfall ist), zahlt die Versicherung nicht. Deshalb lohnt sich diese Versicherung eigentlich nur bei Wertsachen, auf die man gut aufpasst.

    Beispiele:

    • in der Jugendherberge wird der Rucksack aus dem verschlossenen Spind gestohlen
    • das aufgegebene Reisegepäck kommt nicht am Ziel an (hier haftet i.d.R. auch die Transportgesellschaft)
    • man verliert den Fotoapparat irgendwo (nicht liegenlassen)
    • In der Regel nicht zu empfehlen, es sei denn Ihr führt echte Wertsachen mit.

    Reiserücktrittsversicherung

    ... bezahlt die durch den Rücktritt von einer gebuchten Reise entstehenden Stornogebühren. Ist i.d.R. für Jugendgruppen weniger interessant, weil keine/kaum Stornogebühren anfallen. Der Grund für den Rücktritt von der Reise muss "schwerwiegend" sein.

    Beispiele:

    • Ein Teilnehmer wird kurz vor einer Fahrt schwer krank. Es entstehen Gebühren für Absage des gebuchten Fluges/Hotelzimmers etc.
    • Kurz vor der Fahrt stirbt ein naher Angehöriger des Teilnehmers. Es entstehen Stornogebühren.

    Bei Reisen von Jugendgruppen meist unnötig – zudem gibt es auch hier wieder eine geringe Selbstbeteiligung.

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    Krankenversicherung

    ... bezahlt die Kosten der Bergung und Heilbehandlung bei Unfällen und Krankheiten. In Deutschland ist jeder Deutsche pflichtversichert – welche Leistungen die Krankenversicherung bei Erkrankungen im Ausland bezahlt, ist sehr unterschiedlich. Mit den meisten Staaten in der Europäischen Union gibt es sogenannte Sozialversicherungsabkommen, in denen geklärt ist, dass die gesetzliche Krankenversicherung auch dann bezahlt, wenn man in einem dieser Länder krank wird. Gerade im nicht-europäischen Ausland ist man aber nicht oder nur teilweise abgesichert. Deshalb vor einer Auslandsreise immer bei der Krankenversicherung fragen, ob man versichert ist und welche Unterlagen (internationaler Krankenschein) man mitnehmen muss.

    Wenn Eure Krankenversicherung Leistungen für ein Land, in das Ihr reist, nicht oder nur teilweise bietet, sollte man unbedingt eine Auslandskrankenversicherung abschließen (siehe auch Reise-Krankenversicherung).

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    Kosten für Versicherungen

    Für Jugendgruppen gibt es spezielle Kombi-Angebote mit relativ günstigen Preisen, in denen verschiedene Versicherungsbestandteile enthalten sind wie z.B. Reisekrankenversicherung, Unfall-, Haftpflicht-, Reisegepäck und Rechtsschutzversicherung. Diese Versicherungspakete kosten nur ein paar Cent pro Tag und Teilnehmer - alles zusammen ab ca. 0,55 € pro Tag und Teilnehmer, mit Reisegepäckversicherung etwa 0,80 €.

    Die Haftpflichtversicherung für Reiseveranstalter richtet sich nach der Höhe der Absicherung, die man haben möchte und nach der Art des Transportmittels (Flugzeug, Bahn, Bus). Die Versicherungsprämien liegen pro Teilnehmer und Jahr zwischen 0,60 € und 1 €.

    Auch die Reise-Insolvenzversicherung kostet nur einige Cent, muss aber extra abgeschlossen werden (ca. 0,30 € bis 0,80 € pro Teilnehmer und Fahrt, je nachdem, wohin die Reise geht, aber unabhängig von deren Länge).

    Die Kosten einer Reiserücktrittskostenversicherung richten sich meist nach dem Reisepreis (ab circa 2%).

    Kaskoversicherungen, Reisegepäckversicherungen und andere Sachversicherungen sind etwas teurer, und abhängig von der Art des Fahrzeugs oder der Sache. Reisegepäckversicherungen liegen bei etwa 2% des versicherten, Sachversicherungen liegen bei etwa 10%-20% des Sachwertes (abhängig von Dauer der Reise, Reiseland und Ausschlussklauseln), Fahrzeugkaskoversicherungen bei 4 -12 € pro Tag.

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    Buchung und Anbieter

    Meist berechnet man seinen Versicherungsbetrag anhand einer Tabelle selber, überweist das Geld und faxt, mailt oder schreibt die nötigen Angaben (Teilnehmer, Reisedauer etc.) an die Versicherung. Das ganze reicht meist ein paar Tage vor der Fahrt, macht euch hierzu aber jeweils immer bei den Versicherungsanbietern schlau! Mit der Überweisung gilt der Versicherungsvertrag als abgeschlossen.

    Der Stadtjugendring hat sehr gute Erfahrungen mit verschiedenen Anbietern gemacht, bei denen Ihr Euch auch noch einmal genauer über bestimmte Versicherungen informieren könnt:

    BERNHARD Assekuranzmakler GmbH & Co. KG
    Mühlweg 2b
    82054 Sauerlach
    Tel.: 0 81 04 – 89 16-0
    Fax: 0 81 04 – 89 17-35
    Email: info@bernhard-assekuranz.com
    www.bernhard-assekuranz.com

    Jugendhaus Düsseldorf Versicherungsvermittlungs- und Service GmbH
    Carl Mosterts Platz 1
    40477 Düsseldorf
    Tel.: 0211/4693135
    www.jhdversicherungen.de/

    Ecclesia-Versicherung
    Klingenbergstraße 4
    32758 Detmold
    Tel.: 05231 / 603 - 0
    Fax 05231/ 603-197
    Email: info@ecclesia.de
    www.ecclesia.de

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