Es gibt etliche Jugendzeltlagerplätze (gleiche Listen wie für Gruppenhäuser im Internet) doch gerade in der nahen Umgebung von Erlangen und in den Ferien hat man Probleme, einen geeigneten Platz zu finden. Auch wer sehr auf den Preis schauen muss, kann mit einem selbst gesuchten Platz wesentlich besser wegkommen als mit einem festen Jugendzeltplatz. Etliches gibt es dabei zu beachten:

     


    Kriterien für die Platzsuche

    Zunächst einmal muss, man einen geeigneten Platz finden. Hier kann folgende Liste helfen:

    Der Platz sollte

    • eine Brach- oder Weidefläche (frühestens nach dem ersten Mähen (Juni)) sein, es gibt zahlreiche durch die EU-Politik brachliegende Flächen, die sich anbieten
    • eine ebene Grasfläche sein (sonst läuft bei Regen das Wasser durch die Zelte)
    • abseits von befahrenen Straßen liegen (Gefahr, Lärm)
    • abseits von Siedlungen (wenn man nicht auf die eigene Lautstärke achten will) liegen
    • idealerweise am östlichen Waldrand liegen (Windschutz, Morgensonne trocknet Zelte schnell)
    • eine Möglichkeit zum Wasserholen oder einen Wasseranschluss in der Nähe haben
    • nicht im Naturpark, Naturschutzgebiet oder Wasserschutzgebiet liegen (dort ist das Zelten i.d.R. verboten)
    • kein flächenhaftes Naturdenkmal oder eine ökologisch besonders wertvolle Fläche darstellen (auch hier wird das Zelten meist nicht genehmigt)

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    Wer, wie, was - Genehmigungen und Anträge

    Als nächstes muss man den Eigentümer des Grundstücks herausfinden, denn von ihm braucht ihr in Deutschland unbedingt eine (möglichst schriftliche) Erlaubnis. Die ist notwendig, denn nicht selten wird die Polizei oder der Förster (von Jagdpächtern, Waldbesitzern, übereifrigen Nachbarn) informiert, die dann immer zuerst nach der Erlaubnis des Grundstückseigentümers  fragen, sich damit aber zufriedengeben müssen. Auch das Zelten auf staats-, landes- oder gemeindeeigenem Grund ist ohne Erlaubnis nicht gestattet.

    Wenn sich der Eigentümer bei Nachfrage im nächsten Hof nicht finden lässt kann man den Bürgermeister oder die Gemeindeverwaltung fragen. Erklärt dem Landbesitzer unbedingt genau was Ihr vorhabt (Größe der Gruppe, Gräben, größere Lagerbauten, Feuer, Lärm, Toiletten), damit es später keinen Ärger mit ihm gibt. Erzählt ihm auch, dass Ihr schon viel Erfahrung mit Zeltlagern habt und (wenn Ihr das vorhabt) eine Erlaubnis von Behörden einholen werdet (das beruhigt viele). Wenn man ihm in Aussicht stellt, seinen Milch-, Eier-, Gemüse- und/oder Obstbedarf für das Lager bei ihm zu decken, kann es leichter sein, eine Erlaubnis von ihm zu bekommen. Falls eine schriftliche Erlaubnis eingeholt wird, sollte man diese vorher vorbereiten, um so kürzer desto besser, ein Satz („Ich erlaube der Gruppe xxx vom xxx bis xxx auf meinem Grundstück Flurnummer xxx zu zelten und ein Feuer zu schüren. Unterschrift“) auf Eurem Briefkopf genügt.

    Die Einrichtung von vorübergehend genutzten Jugendzeltlagern ist leider nicht mehr genehmigungs- und erlaubnisfrei.. Die entsprechende Ausnahmeregelung ist ausgelaufen. Man muss also neben einer Genehmigung des Grundstückseigentümers auch eine der zuständigen Gemeinde oder beim zuständigen Amt für Ordnung (im Landratsamt) nach §25 des Landesstraf- und Verordnungsgesetz (LSVG) einholen.

    Zusätzlich braucht man eine Genehmigung, wenn man Feuer weniger als 100m vom Wald- oder Buschrand entfernt schüren will.

    Nächtliche Feuer sollte man bei der zuständigen Gemeinde zu melden (sonst bekommt man ggf. schnell Besuch von der Feuerwehr).

    Das sollte man spätestens einen Monat vorher machen. Man bekommt dann meistens einen Katalog mit Auflagen und das ganze kostet je nach Antragsteller (betont, dass Ihr ein Zeltlager für Kinder und Jugendliche plant und ehrenamtlich arbeitet!) zwischen 0,-€ und 100,-€. Der Preis und die Auflagen sind wohl auch stark vom Sachbearbeiter im Ordnungsamt abhängig, man kann eben Glück oder Pech haben ... . Überlegt Euch vorher genau, ob Ihr wirklich gleich einen formalen Antrag stellt (stellen müsst) oder nur mal das O.k. des Bürgermeisters einholt, das reicht oft auch. Letzteres geht schneller, ist kostenlos und Ihr habt keine strengen Auflagen, deren Einhaltung dann auch gelegentlich kontrolliert wird.

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    Auflagen des Ordnungsamtes

    Die Auflagen des Ordnungsamtes werden etwa folgenden Inhalt haben:

    • die Versorgung mit einwandfreiem Trinkwasser ist sicherzustellen (das kann man mit geeigneten Schläuchen oder Kanistern machen)
    • Abwässer und Fäkalien dürfen nicht in den Untergrund eingeleitet werden (der Donnerbalken und die Sickergrube werden nur noch selten genehmigt). Hier empfehlen sich Güllewagen eines Bauern und Mobiltoiletten. Letztere kann man bei Unternehmen mieten (in den gelben Seiten unter Toilettenvermietung nachgucken), die sich auch um die Entsorgung kümmern. Das ist bequem, allerdings ziemlich teuer. Wer sich selber um die Entsorgung und Transport kümmern und damit viel Geld sparen will, sollte mal beim nächsten Bauhof oder der Feuerwehr nachfragen - die haben oft so etwas.
    • Abfälle sind in geeigneten Behältnissen (i.d.R. Müllsäcke des Landkreises) zu sammeln und der Abfallbeseitigung zuzuführen.
    • Weitere Auflagen können den Schutz der Natur, den Lärm, die Einhaltung von Hygieneregeln, das Abstellen von Autos u.v.a.m. betreffen.

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    Feuergenehmigungen

    Bei Feuergenehmigungen (weniger als 100m vom Wald) kommt etwa folgender Katalog hinzu:

    • größstmöglicher Abstand zum Wald
    • ständige Beaufsichtigung von einer erwachsenen Person
    • maximale Flammenhöhe (etwa 2m)
    • sofortiges Löschen des Feuers bei starkem Wind oder gefährlichem Funkenflug
    • Bereithalten von Löscheinrichtungen (Feuerlöscher, Wassereimer, Feuerpatschen, oft wird das Löschmittel auch vorgeschrieben)
    • es dürfen keine Abfälle verbrannt werden

    Obiges gilt nur für Bayern, in anderen Bundesländern gelten oft ähnliche Bestimmungen.

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    Regeln im Ausland

    Übrigens: in einigen europäischen Ländern ist das Zelten außerhalb der Sichtweite von Bebauung auch ohne Erlaubnis des Eigentümers erlaubt (Jedermannsrecht). Das gilt für Schweden, Norwegen und Frankreich. In der Türkei und Rumänien ist es erlaubt aber gefährlich (nicht empfohlen). Ähnlich wie in Deutschland ist es in Belgien, Finnland, Italien, Österreich, Polen und der Schweiz. Verboten ist das wilde Zelten in Dänemark, Bulgarien, Griechenland, Kroatien, Slowenien, Ungarn, den CSSR- und GUS-Nachfolgern, GB, Niederlande, Luxemburg und Zypern.

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