Jugendleitersonderurlaub

    Ehrenamtliche Jugendleiter in Bayern, die das 16. Lebensjahr vollendet haben und in einem Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis stehen, haben gegenüber dem Arbeitgeber Anspruch auf Freistellung von der Arbeit zum Zwecke der Jugendarbeit.

    Allerdings ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet, für die Zeit der Freistellung eine Vergütung zu bezahlen. Der Jugendleiter kann also nur unbezahlten Urlaub beanspruchen. Selbstverständlich ist der Anspruch nicht zeitlich unbegrenzt, sondern kann für maximal 15 Arbeitstage je Kalenderjahr geltend gemacht werden und für nicht mehr als vier Veranstaltungen im Jahr.

    Der Antrag auf Freistellung muss von der Jugendorganisation oder deren Dachverband schriftlich mindestens 14 Tage im Voraus beim Arbeitgeber gestellt werden. Der Arbeitgeber darf die Freistellung nur verweigern, wenn im Einzelfall ein unabweisliches betriebliches Interesse entgegensteht. Das muss der Arbeitgeber dann - in der Regel schriftlich - begründen. Der Jugendleiter, für den ein Freistellungsantrag gestellt wurde, darf deswegen durch seinen Arbeitgeber keine Nachteile erleiden.

    Wir wissen, dass hier Gesetz und Realität oft auseinander fallen. Große, vor allem öffentliche Arbeitgeber gewähren den Sonderurlaub oft ohne jedes Problem; oft sogar unter Weiterzahlung der Bezüge. Kleinere Arbeitgeber machen da meist viel größere Schwierigkeiten. Das sollte den Jugendleiter aber nicht abhalten, auf seine Rechte hinzuweisen. Die Freistellung kann nur beansprucht werden:

    • für die Tätigkeit als Leiter von Bildungsmaßnahmen für Kinder & Jugendliche,
    • für die Tätigkeit als Leiter oder Helfer in Zeltlagern, Jugendherbergen und Heimen, in denen Kinder und Jugendliche vorübergehend zur Erholung untergebracht sind und bei Jugendwanderungen,
    • zur Teilnahme an Ausbildungslehrgängen und Schulungsveranstaltungen der Jugendverbände und der öffentlichen Träger der Jugendarbeit,
    • für Tagungen der Jugendverbände und der öffentlichen Träger der Jugendarbeit,
    • zur Teilnahme an Maßnahmen der internationalen Jugendbegegnungen.

    Für Schülerinnen und Schüler regeln die Schulordnungen in Bayern, dass Schulleitungen die Möglichkeit haben, Schüler/-innen für die Teilnahme an einer Mitarbeiterschulung zum Zwecke der Jugendarbeit und für die Leitung oder Mitarbeit bei einer Jugendfreizeit zu beurlauben. Das zuständige Ministerium steht diesen Beurlaubungen positiv gegenüber, solange keine schwerwiegenden schulischen Gründe dagegen sprechen.

    Wenn es zu diesem Thema noch Fragen gibt, kann Euch die Geschäftsführerin vom Stadtjugendring sicher weiterhelfen. Ein Muster-Antragsformular für den Sonderurlaub findet ihr auf der Homepage des Bayerischen Jugendrings oder hier.